Die Rehkitzrettung in der Schweiz

Traditionell ist die Rehkitzrettung in der Schweiz durch die Jagdgesellschaften organisiert und koordiniert. Denn offiziell dürfen nur ausgebildete Jäger freies Wild ‚handhaben‘. Ihnen fällt darum eine zentrale Rolle bei der Rehkitzrettung zu.

Der angeborene «Duckinstinkt» veranlasst die Rehkitze, sich bei Gefahr ganz still zu verhalten und an den Boden zu pressen. Nach 2-3 Lebenswochen verliert sich dieser Instinkt. Dennoch verlassen sich die Rehkitze immer noch auf ihre gute Tarnung und springen erst auf, wenn die Gefahr auf wenige Meter herangekommen ist. Zu spät also, um sich vor einer schnell herankommenden Landmaschine in Sicherheit zu bringen.

Die herkömmlichen Methoden zur Rehkitzrettung (vertreiben mit Scheuchen und Duftstoffen, suchen mit Menschenketten) sind sehr zeitaufwendig und nicht immer erfolgreich. So wurde beobachtet, dass sich sehr junge Rehkitze (< 1 Woche alt) nicht vertreiben lassen und sich ängstliche Geissen ca. 3 Tage selbst nicht mehr in ein verblendetes Feld trauen. Da es aber mehr mutige als ängstliche Geissen gibt, empfehlen wir dennoch das sogenannte Verblenden (= aufstellen von Scheuchen im Feld) und Verwittern (= verbreiten von unangenehmem/Gefahr signalisierendem Geruch im Feld).
Beim Einsatz von Drohnen in der Rehkitzrettung ist der Verein «Rehkitzrettung Schweiz» führend und bildet laufend neue Piloten aus, welche sich dann lokal mit den Jagdgesellschaften und Bauern organisieren. Die Einsätze sind grundsätzlich freiwillig und bis anhin unentgeltlich. Die Investition für die nötige Ausrüstung wird privat oder durch Sponsoren finanziert.

Der Verein Rehkitzrettung Schweiz (www.rehkitzrettung.ch)

Der Verein «Rehkitzrettung Schweiz» wurde am Ende eines Forschungsprojekts der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) gegründet und ist heute führend in der Optimierung der Rehkitzrettung. Die besten Erfolge wurden mit der HAFL-Methode zur Suche von Rehkitzen mit der Unterstützung von Drohnen und Wärmebildkameras erreicht.
Der Verein erfreut sich einem konstanten Mitgliederzuwachs und zählte per 1.7.2020 ~400 Mitglieder und ~130 aktive Piloten.
Eine Kooperation mit www.rehkitzrettung.ch ist für das Rettungsteam und den Piloten sehr vorteilhaft, denn die Organisation bildet sich nicht nur kontinuierlich weiter, sondern stellt auch für die Registration der Felder und die Errechnung der Flugpläne für die Drohnen die nötigen technischen Werkzeuge und Infrastruktur zur Verfügung.

BFH HAFL Rehkitzrettungs-Methode

Die BFH-HAFL-Rehkitzrettungs-Methode mit Thermalkamera und Multikopter in der Luft ist am sichersten. Sie wurde an der Berner Fachhochschule - Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften entwickelt. Sie ist die Basis für die Rehkitzrettung mit Drohnen in der Schweiz.

Wie sieht eine Rehkitzrettung konkret aus?